27.08. - 28.08.2011 - Kobudo Seminar
Am vergangen Wochenende fand im Karate Dojo Speyer, unter der Leitung von Sensei Christof Dahmen und Sempai Philip Müller, ein Seminar mit dem Thema Kobudo statt.
Das erste Training wurde dem Bo (langer Stock) gewidmet. Es begann damit den Teilnehmern zu erklären wie man sich mit dem Bo richtig verbeugt und grundlegend in den Händen hält. Es folgten Partnerübungen, bei denen es darum ging den Bo beim umgreifen nicht zu verlieren und elementare Schwungübungen. Aus Platzmangel wurde das Botraining auf den nächsten Tag verschoben.
Nun ging es weiter mit dem Hanbo (kurzer Stock). Auch hier wurden als erstes grundlegende Dinge wie Verbeugen, Handhabung und –haltung erklärt. Da man mit dem Hanbo auf vielseitige Art Schlagen kann, wurden hierzu einige Schlagtechniken alleine und mit dem Partner geübt.
Mittagspause – nach langem Hin- und Herrücken von Tischen und Stühlen war endlich genug Platz für alle. Es wurde gemütlich beisammen gesessen, viel gelacht und erzählt.
Wieder zurück zum Hanbo. Es wurden nun realistische Verteidigungsmöglichkeiten gegen Angriffe mit und ohne Messer gezeigt und geübt. Ob Armhebel oder Würgetechnik, die Möglichkeiten des Abschlusses sind vielseitig und effektiv.
Jetzt, nach einer kurzen Trinkpause, stand Seil auf dem Programm. Wie auch schon bei den anderen Waffen vorher, dienten die anfänglichen Übungen dem „Kennenlernen“ der Waffe. Grundschwünge und Kombinationen folgten nach der Eingewöhnung
Am Sonntag fand das Training draußen auf der Trainingswiese statt. Es wurden zu den Waffen, die am Vortag Thema waren, eine Waffenspezifische Kata unterrichtet.
Renshuho Sandan mit dem Bo, Hanbo Kata Shodan mit dem Handbo und Nunchaku Kata Ichi mit dem Seil.
Es war ein sehr lehrreiches Seminar mit viel technischem Inhalt, was für die Teilnehmer einiges an Konzentrationsstärke abverlangt hat. Während eines Trainings wies der Sensei darauf hin, wie wichtig es ist sich zu konzentrieren und aufmerksam zu sein. Ist man während der Übung unkonzentriert und unaufmerksam, kann es bei fortgeschrittenen Anwendungen zu ernsthaften Verletzungen kommen. Tritt irgendwann die Situation ein, in welcher man sich verteidigen muss und ist nicht „bei der Sache“, kann sich jeder ausmalen wie diese Situation enden wird. Es ist alles eine Sache der Aufmerksamkeit. Deswegen ist es wichtig alles um sich herum mitzubekommen und sei es noch so eine unwichtig erscheinende Kleinigkeit. Sei es zum Beispiel der Satz „Stellt die Waffen nicht an die Wand, die fallen um“ den Sensei Christof Dahmen im Training erwähnte. Wären alle aufmerksam gewesen hätte im nächsten Training keine Waffe mehr an der Wand stehen dürfen. Was allerdings nicht der Fall war.
Sei es die Tatsache, dass die Lehrer die Waffen der Allgemeinheit vor dem Training ins Dojo tragen. Warum hielt es keiner für nötig Ihnen dabei zu helfen, oder warum ist keiner vor Ihnen darauf gekommen? Ganz einfach: Weil es keiner mitbekommen hat - weil keiner aufmerksam ist. Klar ist es eine Sache des Fortschritts wie aufmerksam man ist, ein Weißgurt bekommt nicht so viel mit wie ein Blau oder Braungurt.
Ich meinerseits konnte wieder einmal feststellen dass es noch eine Menge an Aufmerksamkeit und Feingefühl zu entwickeln gibt.
Ich bedanke mich bei Sensei Christof Dahmen und Sempai Philip Müller für dieses Seminar.
Kevin Arnold (2. Kyu)
27.08. - 28.08.2011 - Kobudo Seminar
In der 1. Trainingseinheit am Samstag morgen haben wir mit dem Bo, dem langen Stock, trainiert. Wir begannen mit Aufwärmtraining, um die Waffe kennenzulernen und die Greifkraft zu üben.
Vor allem haben wir Schwungübungen wie Achterschwünge gemacht; und wenn die Arme schwer wurden, hieß es sich durchzubeißen und als Vorbildfunktion für die anderen dazusein und vor allem seinen inneren Schweinehund in die Grenzen zu weisen.
Wegen der Enge im Dojo bei so vielen Seminarteilnehmern hat Sensei Chr. Dahmen die weiteren Übungen mit dem Bo auf Sonntag morgen verschoben, wo wir draußen üben konnten, da das Wetter besser war.
Der Sensei hat mehrmals darauf hingewiesen, wie wichtig doch Aufmerksamkeit ist, wenn wir mit einer Waffe trainieren, um weder uns noch die anderen zu verletzen, der Waffe Respekt zu zeigen und sie nicht fallenzulassen. Ohne Aufmerksamkeit kommt es zu Unfällen und Verletzungen, die gerade beim Umgang mit Waffen sehr viel übler ausfallen können als ohne. Das geht von Platzwunden über Knochenbrüche bis hin zu ernsthaften, lebensbedrohlichen Verletzungen wie inneren Blutungen. Deshalb muß man beim Umgang mit Waffen immer Sanshin wahren. Diese Aufmerksamkeit für seine Umgebung und das Mitbekommen, was wir machen und was unsere Umwelt macht, ist natürlich auch im Großen zu beachten, nicht nur im Dojo.
Nach einem ausgiebigen Mittagessen, das wir gemeinsam im Dojo einnahmen und das viel Spaß gemacht hat, haben wir am mittag mit dem halben Bo, dem Han-Bo trainiert. Auch hier haben wir uns erst einmal mit der Waffe vertraut gemacht, indem wir Aufwärmübungen gemacht haben und einige Formen des Kihon gelernt haben. Da die Waffe ja kürzer ist, konnten wir auch einige Partnerübungen machen. Wir übten Hebel und Würge- und Schlagtechniken.
Nach einer weiteren kurzen Pause haben wir mit dem Seil trainiert, das zwar eine kürzere Reichweite als der Bo hat, in etwa so wie der Han-Bo, allerdings durch seine Flexibilität verschiedentlich einzusetzen ist. Man kann damit hebeln, würgen, stoßen, schlagen, herumwirbeln...
Auch hier bekamen wir eine Einführung in den Umgang mit der Waffe und bekamen einige Grundtechniken unterrichtet; wie bei Bo und Han-Bo auch haben wir Achterschwünge geübt; in gyaku-te, hon-te, von innen nach außen oder von außen nach innen, immer aus dem Handgelenk heraus und nicht aus Oberarm bzw Oberkörper.
Und falls man sich falsch bewegt, spürt man es auch gleich sehr intensiv...
Am Sonntag sind wir hinaus auf die Trainingswiese, auf der wir nach einer Einwärmung die Bo-Kata Renshuho Sandan erlernten und die einige Male durch Wiederholung vertieften.
Danach haben wir den Bo gegen den Han-Bo getauscht und haben nochmals im Freien erst Partnerübungen gemacht und danach die Han-Bo Kata ichi erlernt,; auch die haben wir in kleinen Gruppen duch Wiederholungen vertieft.
Danach sind wir nadh kurzer Pause wieder in die Halle und haben dort eine Grundübung mit dem Seil sowie eine erste Kata gelernt; das auffangen des Seils ist gar nicht so einfach...
Ich bedanke mich bei Sensei Christof Dahmen und Sempai Philip Müller für das Kobudo-Seminar, das einen Einblick in einige Waffen verschaffte und Lust auf mehr weckte!
Dorothe Herbert (2. Kyu)
01.06. - 05.06.2011 - Trainingslager Aftersteg
Anfahrt ins Trainingslager: wie immer Stau, Stau, Stau, aber auch wie immer die selben Gedanken: Schon wieder ist ein Jahr vorüber, wir waren doch eben erst hier im Schwarzwald gewesen. Vor einem Jahr gab es viel zu erleben und zu verarbeiten. Habe ich denn wirklich Fortschritte in dieser Zeit gemacht?
Um es vorweg zu nehmen, nicht so viel wie ich eigentlich gedacht hatte. Dabei wollte ich doch sämtliche Fehler vermeiden. Vor allem nicht immer wieder die selben zu machen, von denen unser Sensei immer wieder sagt „Überrascht mich doch einmal mit neuen Fehlern.“
Nach dem Eintreffen der einzelnen Fahrzeuge, der Sensei war bereits schon lange vor uns eingetroffen, war nichts wichtiger als schnell ein Zimmer zu belegen, auszupacken und zum gemütlichen Teil überzugehen. Nur zwei von allen Teilnehmern begrüßten zuerst den Sensei und erkundigten wobei ihre Hilfe gebraucht würde. So lag es dann in der Hand einiger weniger das Essen zuzubereiten und aufzutischen. Wir wollten doch eigentlich alte Fehler vermeiden….
Nach dem Abendessen klärten uns Sensei Christof Dahmen und Sempai Philip Müller in einem längeren Mondo über den Anspruch eines Trainingslagers auf. Der wichtigste Punkt sei nicht das Training selbst, sondern die Konzentration darauf eine Gemeinschaft im Sinne des Budo zu erleben, und dies für die gesamte Zeit eines Trainingslagers. Jeder würde daran gemessen wie er sich in die Gemeinschaft einbringe wenn er gefragt sei, aber sich auch zurückhalte wenn dies angebracht wäre. Eben die richtige Balance zu finden, nicht nur hier im Trainingslager sondern auch im täglichen Leben.
Der nächste Morgen begann wie immer mit dem Morgentraining. Eigentlich viel früher, da schon seit 6 Uhr einiges an Lärm im Haus zu hören war und niemand mehr so richtig schlafen konnte. Wir wollten doch eigentlich alte Fehler….
Als sich dann endlich alle mehr oder weniger pünktlich zum Training eingetroffen waren, versuchten die Dan-Träger ein gewisses Maß an Ordnung in die Gruppe zu bringen, weil anscheinend die Kyu-Grade damit überfordert waren. Wir wollten doch eigentlich alte…..
Die geschickte Wahl einiger was die Trainingskleidung anging war bemerkenswert. Von Sandalen im Matsch, über nur T-Shirt bei etwa 8 Grad Außentemperatur , bis hin zu enganliegenden Jeans war alles vertreten. Wir wollten doch eigentlich….
Danach endlich Frühstück. Niemand bemerkte das nicht ausgeschaltete Licht im Treppenhaus, Küche und Flur, das so fleißig vor sich hin brannte als wir trainierten, die Lautstärke beim Essen sorgte dafür, dass eigentlich niemand mehr so richtig den Nachbarn verstand, die Sitzordnung bestand aus Grüppchen hier und dort. Endlich fiel eine Tasse und dann kurz darauf ein Teller unter lautem Getöse herunter und schon war es etwas leiser. Wir wollten doch….
Danach schnell unter die Dusche und den Dauerduschwettkampf starten. Schließlich war es geschafft, das warme Wasser war alle. Ein Sieg für die die zuerst dran waren. Schade nur dass der Sensei sich nicht vorgedrängelt hatte, sonst hätte er auch noch warmes Wasser abbekommen. Wir wollten….
Gut dass dann eine Gruppe um den Sensei begann an den Computern an der Homepage arbeiteten. So konnten doch immer wieder sinnvolle Fragen gestellt werden, wie: was machen wir noch; wann gibt es Essen; können wir das Buch haben oder welche Spiele sind denn auf dem Computer? Wir….
Ich muss gestehen, neue Fehler machten wir nicht, dafür aber jede Menge alte, schon so oft besprochene. Mir stellt sich immer wieder die Frage warum eigentlich, warum versagt die Gruppe immer wieder als Gemeinschaft? Liegt es vielleicht daran in einer Gruppe so schön anonym zu sein, dass man so leicht die Verantwortung für sein Tun oder Nichttun ablegen kann. Warum ergreift denn niemand die Initiative zur Verbesserung? Wir erleben dieses Verhalten doch immer wieder Tag für Tag, die Zeitung ist voll davon. Jeder von uns stellt sich dann doch vor wie er in dieser Situation gehandelt hätte und wie er sie dann sicherlich gemeistert hätte. Doch wie soll das funktionieren wenn wir es nicht einmal in einer vertrauten Umgebung und Situation schaffen?
Hier kommt dann in unserem Fall der Sensei ins Spiel. Seine Aufgabe ist es zu beobachten, festzustellen und aufzuwecken. Doch wenn er es tut sind die meisten ganz entsetzt, so schlimm ist es doch nicht gewesen… Doch! Es sind die Kleinigkeiten, wie er immer wieder betont, um die es im Leben geht, der feinfühlige Umgang mit sich und anderen, die Sensibilität für die Situation und auch den gesamten Zusammenhang. Jedes noch so winzige Handeln oder auch Nicht-Handeln verändert die Welt für immer und ist nicht rückgängig zu machen.
Die vielen Gespräche (Mondo) bei den Wanderungen, beim Essen und in den Trainingspausen mit dem Sensei, in denen es um Aufmerksamkeit, Dankbarkeit, Güte und Religionen ging haben viel davon beleuchtet und zum Nachdenken angeregt. Schade nur, dass nicht alle daran teilhatten weil sie nicht die Nähe des Meisters suchten. Später dann aber ihre eigenen persönlichen Probleme in die Gruppe trugen und damit zeigten, dass sie nicht all Zuviel vom bereits besprochenen verstanden hatten.
Es ist schwer neben den vielen Trainingseinheiten, den Aufgaben der Gemeinschaft, den Gesprächen und den langen Nächten die geforderte Konzentration aufrecht zu erhalten. Die fortgeschrittenen Dan-Träger sind aber ein gutes Beispiel dafür dass es nicht unmöglich ist und wenn sie von ihren eigenen alten, immer gleichen alten Fehlern erzählen, die sie doch eigentlich…..lassen sie uns hoffen auch einmal unsere immer gleichen alten Fehler zu vermeiden.
Für mich war das Trainingslager sehr interessant und wichtig, weil es mir immer wieder zeigte, dass ich doch noch lange nicht so weit im Verständnis des Budo vorgedrungen bin wie ich dachte. Ich werde weiter daran arbeiten und hoffe doch stark auch einmal neue Fehler zur Freude des Sensei zu machen….
Melissa Kuhn (1.Kyu)
04.03. - 08.03.2011 - Faschingstrainingslager im Allgäu
Nach einer 3,5 stündigen Fahrt erreichten wir die Hütte in Bichel, bei Wertach, da dort das diesjährige Faschingstrainingslager unter der Leitung von Sensei Christof Dahmen stattfand.
Da viele Wege bekanntlich nach Rom führen, der eine jedoch schneller als der andere, trafen die Autos zu unterschiedlicher Stunde ein, was nicht weiter schlimm war, da gemütlich am Feuer erzählt und Musik gehört wurde. Die Stunden vergingen und so machten wir uns zu recht „früher“ Stunde auf den Weg ins Bett.
Der nächste Tag verstrich, im wahrsten Sinne des Wortes. Es wurde trainiert, gefrühstückt, gerodelt, gekocht und sich nett unterhalten. Ein normaler Tag, denken sich jetzt viele, doch sollte man sich immer vor Augen halten, dass man in einem Trainingslager ist.
"Betroffenes Schweigen" wie der Sensei es nennt wenn keiner im Raum etwas zu sagen hat. Dabei hatte er nur den Tag aus seiner Sicht wiedergeben. Man konnte die verschwendete Zeit wahrnehmen, da es so leise war, dass man die kleine Wanduhr ticken hörte. Muss es immer wieder zu solchen Situationen kommen? Die Antwort liegt klar auf der Hand. Viele kennen diese Situation, doch keiner unternahm etwas um sie zu verhindern. Erst als der Sensei den Raum verließ, entwickelte sich ein Gespräch zwischen den Teilnehmern.
Es waren nur einige Sekunden, vielleicht 1 oder 2 Minuten des Schweigens. Diese kurze Zeit hätte jedoch sinnvoller verwendet werden sollen bzw. müssen. Es wird der Moment kommen in dem man gern noch einige Sekunden oder Minuten hätte. Doch selbst in solchen Situationen wird es den wenigsten bewusst, was sie verpassen, wenn sie eine Uhr ticken hören.
Warum seid ihr hier ? Eine weitere Frage die in einem Trainingslager gestellt wird und oft zu schweigenden Blicken führt. Manche zucken mit den Achseln wenn man sie direkt anspricht, manche würden bestimmt das Training nennen. Doch welche Motivation ist es die einen immer wieder dazu bewegt, teilzunehmen? Dass heißt im Klartext vorm Frühstück eine Stunde Morgentraining, den ganzen Tag aufmerksam sein, abends gegen die Müdigkeit kämpfen und wenn es nicht richtig klappt, den Spiegel vom Sensei vorgehalten bekommen.
Mit der Zeit ändert sich die innere Einstellung, zumindest ist es bei mir so. Am Anfang ist es noch ein opfern der Freizeit um Stempel für die nächste Prüfung zu bekommen. Doch im Laufe der Zeit merkt man dass es viel mehr ein investieren der Zeit ist, da man persönlich weiter kommen will und wird, wenn man die Denkanstöße die es immer wieder im Trainingslager gibt, verinnerlicht. Es ist nicht von heute auf morgen umsetzbar und es gibt auch keine Anleitung dafür, da jeder Mensch ein Individuum ist. Man muss es sich immer wieder vor Augen halten, um nicht auf ein altes Level zurückzufallen.
Es wurde jedoch nicht nur geschwiegen. So wurde z.B. an der neuen Homepage gearbeitet und die traditionelle Faschingsfete fand auch wieder statt.
Ich möchte mich bei Sensei Christof Dahmen und allen Übungsleitern für dieses Trainingslager bedanken.
Kevin Arnold (2.Kyu)
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